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Suizidtrauer

Wenn ein geliebter Mensch durch Suizid stirbt.

„Warum?“
Kaum eine andere Frage kann einen Menschen in der Trauer so lange begleiten.

Wenn ein Kind, ein Bruder oder eine Schwester durch Suizid stirbt, ist die Trauer häufig von ganz besonderen

und widersprüchlichen Gefühlen geprägt.

Da ist die unendliche Liebe.
Die Sehnsucht.
Die Verzweiflung.
Die Wut.
Die Sprachlosigkeit.
Vielleicht Schuldgefühle und Selbstvorwürfe.
Und immer wieder diese quälende Frage:
„Hätten wir etwas merken oder verhindern können?“
Du musst nicht auf all diese Fragen eine Antwort finden.
Nach einem Suizid suchen Angehörige oft nach einem Grund, einem letzten Zeichen oder dem Moment, an dem vielleicht alles hätte anders werden können.
Doch niemand kann im Nachhinein mit Sicherheit sagen, was einen Menschen zu diesem Schritt bewegt hat.
Du bist nicht schuld.
Auch wenn sich die Gedanken manchmal anders anfühlen.
Besonders für Eltern
Ein Kind zu verlieren, erschüttert das eigene Leben bis in die Grundfesten.
Wenn der Tod durch Suizid geschieht, kommen häufig Fragen hinzu, die andere Trauernde vielleicht nicht kennen. Manche Eltern erleben neben der Trauer auch Schuld, Scham, Wut oder das Gefühl, versagt zu haben.
Wir möchten euch sagen:
Ihr habt euer Kind geliebt.
Ihr habt mit dem Wissen und den Möglichkeiten gehandelt, die ihr damals hattet.
Liebe bedeutet nicht, dass wir einen anderen Menschen vor jeder Krise und vor jeder Entscheidung bewahren können.
Und auch Geschwister trauern.
Geschwister verlieren nicht nur einen Bruder oder eine Schwester.
Sie verlieren einen Menschen, mit dem sie aufgewachsen sind, Erinnerungen geteilt haben und der Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte ist.
Auch Geschwister dürfen wütend sein.
Sie dürfen Fragen haben.
Sie dürfen lachen und schöne Erinnerungen bewahren.
Sie dürfen traurig sein.
Und sie dürfen weiterleben.
Weiterleben bedeutet nicht vergessen.
Im Raum nebenan
In unserem „Raum nebenan“ darf auch über den Suizid gesprochen werden.
Ohne Schuldzuweisungen.
Ohne Verurteilung.
Ohne die Angst, dass jemand denkt: „Darüber darf man nicht reden.“
Wir sprechen über das, was passiert ist – aber vor allem auch über den Menschen, der uns fehlt.
Denn unsere Kinder und Geschwister waren mehr als ihr Tod.
Sie hatten ein Leben.
Sie hatten Geschichten, Träume, Eigenheiten, Lieblingslieder, Lieblingsmenschen, Lachen und Tränen. Wir möchten, dass ihr Leben nicht auf die Art ihres Todes reduziert wird.
Hier darf die Liebe bleiben.
Hier dürfen Erinnerungen ihren Platz haben.
Hier darf geweint, geschwiegen, erzählt und manchmal sogar gelacht werden.
Und vielleicht finden wir gemeinsam einen Weg, mit der Frage nach dem „Warum“ zu leben, auch wenn wir darauf keine endgültige Antwort bekommen.

Unsere Kinder sind nicht mehr körperlich bei uns.
Aber ihre Spuren bleiben.
In unseren Herzen.
In unseren Erinnerungen.
Und in unserem Raum nebenan.

Ihr seid mit eurer Trauer nicht allein